Personal











 

Wachstumsmotor Arbeitsklima


10.12.2009
In den vergangenen Jahren hat die Computer-Technologie das Wachstum der Wirtschaft dominiert. Dieses Potenzial sei nun ausgereizt, meint der Volkswirt, Zukunftsforscher und Buchautor Erik Händeler. Er fordert deshalb eine neue Organisation der Arbeitswelt, die den Erhalt unserer Wohlstandsgesellschaft sichern soll. Als Keynote-Speaker untermauert er am 27. April auf der Messe PERSONAL2010 in Stuttgart seine Thesen.

„Jahrzehntelang hat uns der Computer produktiver gemacht, hat Zeit und Ressourcen eingespart“, sagt Erik Händeler. Diese Ära gehe nun zu Ende, die Gesellschaft sei einfach „durchcomputerisiert“. Mit dem russischen Ökonom Nikolai Kondratieff argumentiert der Volkswirt, dass Innovationen, Berufe und Märkte von morgen dort entstehen, wo Produktionsfaktoren im realen Arbeitsleben knapp werden. Wie früher fehlende Transportmöglichkeiten zur Entwicklung der Eisenbahn geführt hätten, mache nun der Mangel an Fachkräften Personalfragen zum wichtigsten Hebel der Produktivität. „Zusätzliche Lebensarbeitszeit ist der neue Wachstumsmotor“, so Händeler.

„Die Unternehmen, die nicht in den Menschen und eine bessere Arbeitskultur investieren, werden vom Markt verschwinden“, ist der Zukunftsforscher überzeugt. „Denn sie werden zu hohe Kosten und Personalausgaben haben und ihre Produkte nicht verkaufen können, weil sie zu teuer sind.“ Der ökonomische Druck zwinge Unternehmen dazu, sich umzustellen.

Bisherige Hierarchien hätten beispielsweise ausgedient. In der Wissensgesellschaft gibt es laut Händeler viele Fachbereiche, in denen sich nur noch die Mitarbeiter, die unten in der Hierarchie stehen, auskennen: die Fach- und Sacharbeiter. Je höher ein Arbeitnehmer in der Unternehmenshierarchie komme, desto mehr bestehe seine Aufgabe darin, die Arbeitsprozesse zu moderieren. „Der Informationsfluss dreht sich vielfach um. Er fließt jedenfalls nicht mehr nur von oben nach unten, sondern auch von unten nach oben“, verdeutlicht Erik Händeler. „In der Wissensgesellschaft werden wir Gummihierarchien haben.“

Ein Manko sei auch die Gesundheit der Mitarbeiter – vor allem die seelische. Denn ein schlechtes Arbeitsklima münde allzu häufig in Berufsunfähigkeit und Frühverrentung. Ein Grund: Noch bekomme derjenige im Team, der am längsten und am lautesten rede, die größte Aufmerksamkeit – und nicht derjenige, der etwas Gutes zu sagen habe. „Bei der Wissensarbeit die ganze Statusstruktur abzubauen, das ist eine Herkulesarbeit für Personalverantwortliche.“

Als Keynote-Speaker auf der PERSONAL2010 geht Erik Händeler näher darauf ein, wie eine neue Kultur der Zusammenarbeit und der Gesunderhaltung der Mitarbeiter aussehen könnte.

Über Erik Händeler

Bereits während seines Studiums der Wirtschaftspolitik, Volkswirtschaft und Kommunikationswissenschaft an der LMU München beschäftigte sich Erik Händeler mit der Theorie der langen Konjunkturwellen (Kondratieff-Zyklen). Seit 1997 arbeitet er als freier Wirtschaftsjournalist daran, die Kondratieff-Theorie in eine breite öffentliche Debatte zu tragen. Händeler ist Zukunftsreferent beim Zukunftsinstitut von Matthias Horx in Kelkheim und Autor der Bücher „Die Geschichte der Zukunft – Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen“ und „Kondratieffs Welt. Der Wohlstand nach der Industriegesellschaft“.

Keynote-Vortrag von Erik Händeler auf der Messe PERSONAL2010

„Was kommt nach der Krise? Eine bessere Arbeitskultur und ein präventiver Gesundheitsmarkt“
Dienstag, 27. April 2010, 11.20 – 12.05, Forum 1

Falls Sie ein Interview mit dem Referenten planen, vereinbaren wir für Sie gerne einen Termin auf der PERSONAL2010 oder leiten Ihnen die Kontaktdaten weiter.


Kontakt:

Stefanie Hornung
Pressesprecherin "PERSONAL"

spring Messe Management GmbH & Co. KG
Güterhallenstraße 18a
68159 Mannheim
Tel. +49 621 70019-72
Fax +49 621 70019-19
E-mail: s.hornung@messe.org

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